Südamerika war lange ein Opfer einer schleichenden Lähmung die auch den Rest der Welt bedroht. Südamerika wurde in der Tat als Muster für die Kontrolle des Welthandels benutzt.
Zur Zeit seiner “Entdeckung” im sechzehnter Jahrhundert hatte es eine einheimische Bevölkerung mit eigenen Zivilisationen. Diese waren auf verschiedenen Entwicklungsstufen, aber keine davon hatte den Pflug, das Rad, Glas, Eisen oder Schießpulver. Darum war es so einfach, sie zu erobern.
Die Abenteurer des Westens suchten ein Eldorado und fanden es auch. Die Entdeckung der märchenhaften Reichtümer der Azteken und des Goldes der Ikas war der Anfang einer Plünderung die noch immer andauert.
Das Gold der Inkas und das Silber von Potosi wurden nach Europa geschafft, wo sie eine treibende Kraft für die westliche Industrie waren und Schatztruhen der Banken füllten welche die Expeditionen finanziert hatten (besonders die Fugger).
Die Eroberer fanden nicht nur Schätze jenseits ihrer Vorstellungskraft, sondern auch eine einheimische Bevölkerung die sie als billige Arbeitskräfte nutzen konnten. Es wird angenommen, daß das Silber von Potosi in drei Jahrhunderten etwa acht Millionen Menschenleben gekostet hat.
Im 18. Jahrhundert verlagerte sich das finanzielle Zentrum von Europa von Amsterdam nach London und die Produktion von Gold in Brasilien war nun größer als die Mengen von Gold das die Spanier in den vorherigen zwei Jahrhunderten aus ihren Kolonien gewonnen hatten.
Das Gold begann zu fließen als Portugal mit England in 1703 den Vertrag von Metuen unterzeichnete. Im Austausch für bestimmte Vorteile für ihre Weine im englischen Markt öffnete Portugal seinen eigenen Markt und den seiner Kolonien für britische Industrieprodukte.
Der Unterschied in der industriellen Entwicklungsstufe der beiden Länder führte dazu, daß die lokalen Produkte ruiniert wurden. Dazu kam noch, daß die Zahlung für die Güter nicht in Wein, sondern in Gold erfolgte.
Ehe Christoph Kolumbus das erste Zuckerrohr von den Kanarischen Inseln brachte und in Gebiet der heutigen Dominikanischen Republik pflanzte, wurde Zuckerrohr nur in kleinem Maßstab in Sizilien, den Kap Verde Inseln und Madeira gepflanzt. Es war so wertvoll, daß es als Teil der Mitgift von Königinnen verwendet wurde.
Zuckerplantagen wurden an der feuchten Küste des nördlichen Brasilien, und später in Barbados, Jamaika, Haiti, Dominika, Guadalupe, Kuba, Puerto Rico, Vera Cruz und der Küste von Peru aufgebaut.
Bis ins 17. Jahrhundert war Brasilien der Hauptproduzent von Zucker in der Welt. Es war auch der Hauptmarkt für Sklaven, da die lokale Bevölkerung ungeeignet war, die harten Lebensbedingungen des Zuckeranbaus zu überleben.
Für diese Pflanze, die in der Neuen Welt fremd war, wurde das Land verwüstet.
Zuckerplantagen bedeckten große Teile des Landes mit dem besten Boden, produzierten jedoch keine Nahrung für die lokale Bevölkerung, die dadurch zum Hungern verurteilt war. Wälder wurden abgeschlagen um mehr Land zu schaffen, wodurch die Böden verarmten.
Die Plantage war ein Geschäft das sich auf den Überseebedarf für Zucker gründet, und das den Interessen ausländischer Kapitalisten untergeordnet war. Der internationale Markt war das Zentrum dieser Machtkonstellation.
In den drei Jahrhunderten nach der Entdeckung Amerikas gab es kein wirtschaftliches Produkt von ähnlicher Bedeutung auf dem Europäischen Markt.
Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts gab es in Brasilien noch etwa 230 Stämme. Seitdem sind neunzig davon verschwunden, ausgelöscht durch Krankheiten und Ausbeutung für den unersättlichen Appetit des kapitalistischen Nordamerika.
Das nordöstliche Brasilien, einst der reichste Teil, ist nun der ärmste.
Bis zum Ende des achtzehnten Jahrhunderts wurde Gummi dazu verwendet Bleistiftlinien auf Papier auszuradieren. Danach folgte die Entdeckung des Vulkanisierung von Gummi, und Brasilien, das fast alle Weltreserven an Gummi hatte, erlebte einen Aufschwung im Gummihandel. Das Zentrum war Manaus. In 1914 fielen die Preise wegen der Konkurrenz aus Ceylon und Malaysia, und Brasilien, das bis dahin praktische in Monopol hatte, lieferte nur noch ein achtel des Weltmarktes. Ein halbes Jahrhundert später kaufe Brasilien die Hälfte seines eigenen Gummibedarfes.
Anfang der fünfziger Jahre produzierte Südamerika vier Fünftel des Kaffees in der Welt. Der Markt für löslichen Kaffee ist jedoch in den Händen von Nestle und Brasilien, dem früheren Hauptlieferanten von Kaffee, ist es nicht erlaubt seine eigene Form von löslichen Kaffee zu exportieren.
Kaffee, der aus den Hochländern von Äthiopien stammt, hat eine wichtige Position in der Weltwirtschaft erworben. Mächtige Firmen haben begriffen, daß es billiger ist die Last der direkten Kolonisierung abzuwerfen und moderne, internationale Institutionen wie die WTO, Weltbank und den IMF zu versenden um der Welt ihren Willen von den Besprechungsräumen in Manhatten, Paris und Berlin aus aufzuzwingen. Dies führt dazu, daß Kaffeebauern auf eine kleine Anzahl internationaler Käufer angewiesen sind, unter Bedingungen die jede internationale Kontrolle dieses Handels ausschließen. Die Firmen haben große Profite gemacht, während der Anteil der Bauern von 40 Prozent in 1991 auf derzeit 14 Prozent gefallen ist.
Die Konsequenzen der US- Hegemonie sind Menschenrechtsverletzungen, Todesstaffeln und verarmte Bürger in den südlichen Teilen von Mittel- und Südamerika. Jeder linksgerichtete Aufstand in diesen Ländern wurde rücksichtslos von der Armee oder der Polizei niedergeworfen. Die Regierungskräfte wurden oft in der berüchtigten „School of the Americas“ in Fort Benning, Georgia, USA ausgebildet.
Alle Länder in Südamerika, mit der Ausnahme von Uruguay und Chile, produzieren Kaffee.
Riesige Mengen von kolumbianischem Kaffe werden in die USA exportiert. Bis vor kurzer Zeit wurde die Kaffeeindustrie in Kolumbien von der Nationalen Vereinigung der Kaffeebauern kontrolliert, einer von der Regierung unabhängigen Organisation die von allen Exportländern als Modell für gute Führung geschätzt wurde. Jetzt ist dies jedoch alles bedroht, da die USA versucht ihre Ölinteressen zu verteidigen, was zu einer Intensivierung des Bürgerkrieges geführt hat. Auflagen der Weltbank haben in den letzten zehn Jahren zu einer Verdopplung der Arbeitslosigkeit geführt, und das reale Durchschnittseinkommen des Landes ist um dreißig Prozent gefallen.
Kaffeebauern in der „Zona Cafetera“ geben ihre früher florierenden Kaffeefarmen auf oder wenden sich dem Anbau von Koka und Mohn zu, um ihr Einkommen aufzubessern. Im Süden besprühen US-Flugzeuge aus der Luft jede Art von Anbaupflanze mit MonsantosRound-up oder Round-up Ultra. Sie verschmutzen dabei die Flüsse und verursachen viele Probleme.
Der „Krieg gegen Drogen“ der USA hat furchterregende Konsequenzen für das kolumbianische Ökosystem und, wenn Koka- und Mohnpflanzungen sich weiterhin in die Gebiete des Kaffeeanbaus ausbreiten, könnte der Effekt des Sprühens weltweite Auswirkungen haben.
Die Verpackungstechnologie hat Kaffee in den Griff der großen Firmen gebracht. Die Wissenschaft die mit Kaffee verbunden ist wird in aller Stille ein Opfer der Kaffeemultis.
Internationale Vereinigung für Kaffee (ASIC); Organisation steuert zweckbestimmte Forschung; Sekretariat im Herzen von Paris im 8. Bezirk>. Es wurde in 1966 von Rene Coste als Forschungsinstitut einer französischen Regierungsabteilung gegründet. Heute ist ASIC nicht länger eine Organisation der französischen Regierung, obwohl Herr Coste noch immer Ehrenpräsident ist. ASIC behauptet stolz, daß es die einzige, völlig unabhängige Organisation in der Welt ist, die sich spezifisch dem Kaffeestrauch, der Kaffeebohne und dem Kaffee als Getränk widmet. Ein Blick in den Aufsichtsrat von 2002 zeig jedoch eine starke Vertretung der internationalen Firmen Nestle, Kraft, und Sarah Lee.
Brasilien produziert ein Viertel der Baumwolle in der Welt, Mexiko ein Fünftel. Lateinamerika produziert ein Fünftel der Baumwolle die weltweit in industriellen Textilien verwendet wird (Baumwolle ist in Amerika heimisch).
Venezuela, Brasilien und Ecuador werden auch mit Kakao identifiziert, einer anderen Pflanze die in Amerika heimisch ist.Guatemala, Honduras und Costa Rica - die ursprünglichen Bananenrepubliken - waren den Interessen der Bananenmultis untergeordnet. Der United Fruit Company gehörte alles und sie kontrollierte alles. Der Dollar wurde die nationale Währung von Mittelamerika.
Monokultur im großen Stil in den Händen von Landwirtschaftlichen Firmen die mit diesen Produkten handeln führt nicht nur zur Verarmung der Bevölkerung, sondern auch zu Seuchen und Insektenplagen, was wiederum die Existenz von Firmen wie Monsanto notwendig macht, deren Chemikalien die Katastrophe nur noch schlimmer machen.
Dies ist der Grund für die Erstickung der wirtschaftlichen Entwicklung in Lateinamerika und einer der wesentlichen Gründe für die Armut der lateinamerikanischen Massen. Südamerika wurde ein Kraftwerk für den Westen, dessen Bankiers und Händler langsam aber sicher die Kontrolle über alles was es hatte, erworben haben, die seine Rohstoffe exportieren, seine billige Arbeitskraft nutzen und im Gegenzug nichts zurückgeben.
In den 1990ern öffnete Brasilien seine landwirtschaftlichen Märkte der Konkurrenz. Zwischen 1985 und 1995 fiel die Anzahl der kleinen Familienfarmen in Brasilien auf ein Fünftel. Multinationale Konzerne haben nun den Kern der Landwirtschaft im Griff: Saaten. Die Biotechnologie-Giganten Monsanto, DuPont Dow, AgrEvo und andere kamen ins Land und 1999 kontrollierten sie schon 90 Prozent des brasilianischen Saatmarktes.
Die Brasilianische Tochter von Alcoa, dem größten Aluminiumproduzenten der Welt diskutiert mit der Regierung den Bau einer neuen Aluminiumschmelze und den Bau des größten hydroelektrischen Kraftwerkkomplexes in Amazonien.
Im Juli 2000 verlor die politische Partei, die seit einundsiebzig Jahren, seit der von Pancho Villa und Emiliano Zapata geführten Revolution in Mexiko an der Macht gewesen war, die Wahlen. Diese Wahlen waren stark manipuliert, von Vinzente Fox, dem Ex-Chef von Coca Cola Mexico, einen eifrigen Verfechter freier Märkte und der Globalisierung.
Der IMF hat der Regierung von Ecuador angeordnet, den Preis von Kochgas bis zum 1. November 2000 um 80 Prozent anzuheben, 26 000 Arbeitsplätze zu eliminieren, Löhne um 50% zu kürzen, den Besitz für sein größtes Wassersystem an ausländische Betreiber zu übertragen und British Petroleum das Recht einzuräumen, eine Ölpipeline über die Anden zu bauen und zu besitzen.
Die meisten der südamerikanischen Schätze gehen nun nach Norden, zur Hochburg des Internationalismus, den Vereinigten Staaten. Es ist angeblich auch die Hochburg der Demokratie, die sich der Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit rühmt. Auf den Namen der Vereinigten Staaten geht jedoch eine lange Liste von Mißhandlungen von ursprünglichen Eingeborenen in sowohl Nordamerika als auch Südamerika, was zeigt wie leer dies Worte in Wirklichkeit sind.
Im Jahre 1965 erlaubten die Geldverleiher Bolivien nicht, auch nur einen Cent für die Verarbeitung von Zinn Land zu investieren, und deren angebliche Hilfe führte zum Ausstieg einer parasitären Bourgeoisie, währen der Rest des Landes nach Haiti die höchste Kindersterblichkeit der Welt hatte.
Die Vereinigten Staaten und deren internationale Organisationen haben Bolivien verweigert, die Angebote von Rußland, der Tschechoslowakei und Polen anzunehmen um eine erdölverarbeitenden Industrie aufzubauen und die Zink und Eisenvorkommen auszubeuten. Bolivien war statt dessen verpflichtet, ausschließlich mit den Vereinigten Staaten zu arbeiten.
Das Eisen, das die Vereinigten Staaten von Brasilien und Venezuela bekommen, ist billiger als ihre eigenes Produkt. Bergwerke außerhalb seiner Grenzen in den Griff zu bekommen und zu kontrollieren ist mehr als nur ein Geschäft, es ist von entscheidender Wichtigkeit für die nationale Sicherheit. Stahl ist eine zentrale Komponente der amerikanischen Wirtschaft. Stahl wird in den reichsten Ländern der Welt produziert, und Eisen in den ärmsten. Stahl generiert die Gehälter der Reichen und der Ertrag von Eisen reicht gerade zum überleben.
In den Abhängen der Anden hat Chile die besten Kupfervorkommen, ein drittel der gesamten Weltreserven. Die Eigentümer des Kupfers sind die Eigentümer von Chile. Als Salvador Allende die Kupfervorkommen verstaatlichen wollte, reagierte die Nixon/Kissinger Regierung mit ökonomischer und politischer Subversion und Destabilisierung der Allende-Regierung. Die geheimen Operationen des CIA in Verbindung mit Kissinger und dem Forty Committee führten dazu, daß eine legale und gewählte Regierung von Chile durch Pinochet ersetzt wurde.
Es mag in diese Zusammenhang von Interesse sein, daß eine Studie einer großen jüdischen Organisation in den Vereinigten Staaten zeigte, daß es im Jahr 2006 in den verschiedenen Ländern der Welt 214 jüdische Gesetzgeber und Parlamentarier gab. Chile hatte die zweifelhafte Auszeichnung, nach Israel die "jüdischste" Regierung der Welt zu haben, mit drei jüdischen Ministern und einem stellvertretenden Minister.
Standard Oil (jetzt ExxonMobil) und Royal Dutch Shell:
Mit dem Erdöl passierte das gleiche wie mit Kaffee und Fleisch; die reichen Länder erlangten Kontrolle.
In den 1940ern litt Mexiko von einem internationalen Embargo, das von Standard Oil und Royal Dutch Shell angeregt worden war.
Uruguay baute seine erste nationale Raffinerie, und das Kartell begann sofort mit einer grimmigen Kampagne.
Argentinien erlitt das gleiche Schicksal. Erdöl hatte nicht nur zu Änderungen in der Regierung, sondern sogar zum Krieg geführt.
Standard Oil hat Konflikte zwischen Bolivien und Paraguay provoziert und finanziert um eine Ölpipeline von Bolivien zum Fluß zu erzwingen. Es machte klar, daß Widerspruch gegen die neue Weltordnung bestraft wird.
Die Geschichte von Südamerika war daher von Anfang an eine Geschichte der Ausbeutung des Landes, seiner Menschen und seiner Schätze.
All dies wurden durch die Entwicklung des Weltkapitalismus organisiert, der sein Zentrum erst in Amsterdam, dann in London und jetzt in New York hat.
Sobald es im Griff der Bankiers und der monopolistischen Firmen war, wurde es zunehmend schwerer, aus der Zwinge der Ausbeuter zu entkommen. Jeder Versuch wurde mit äußerster Brutalität niedergeworfen und nur die Diktatoren die bereit waren sich dem Willen ihrer Meister zu beugen durften und dürfen überleben.
Die internationalen Multis gehören nicht in die Länder in denen sie arbeiten. Sie brauchen kein Kapital exportieren um die Ausweitung ihrer Geschäftsinteressen zu finanzieren. Die Gewinne die sie aus den armen Ländern pressen sind mehr als genug um ihre Unternehmenskosten zu decken zu decken.
Die Struktur von Kartellen machte es möglich, zahlreiche Länder zu kontrollieren und in zahlreiche Regierungen einzudringen. Erdöl stürzt Präsidenten und Diktatoren und zerstört die Struktur von Gesellschaften, wo immer es vorherrscht. Diese Kartells entscheiden mit einem Bleistift über der Weltkarte, welche Gebiete sie wann ausbeuten wollen. Die natürlichen Reichtümer der lateinamerikanischen Länder sind die Opfer von organisierter Plünderung und dies ist der Hauptgrund für ihre politische Sklaverei und den sozialen Verfall.
Dies sollte eine Warnung für Afrika sein, das langsam den selben, schlüpfrigen Abhang hinunterrutscht.
Selbst in England fängt dieses Muster langsam an Gestalt anzunehmen, wo Raps, eine Pflanze die zuvor in den ländlichen Gebieten Englands fremd war, auf großen Feldern angebaut wird, welche durch das Ausgraben von Hecken geschaffen wurden, die tausend Jahre lang dort gestanden haben
Die Kampagne gegen Milchprodukte und deren angebliche Verbindung zum Cholesterinspiegel und auch die Massenvernichtung von britischen Rinderherden durch den Ausbruch Maul-und-Klauenseuche, könnten Teil des selben Plans sein.